Dieser Artikel basiert auf der Keynote unseres CEO Ismo Paananen, die er am 20. März 2026 auf der Veranstaltung „Cyber Executive + CIO Nordic“ unter dem Titel „Human-in-the-loop“ gehalten hat.
Die wichtigste Entscheidung im Zusammenhang mit KI in der Cybersicherheit ist die Frage, in welchem Umfang die Aufgaben zwischen Menschen und KI aufgeteilt werden.
Cybersicherheit war schon immer ein komplexes und anspruchsvolles Gebiet, doch nun beginnt die KI, nicht nur die Art und Weise, wie wir arbeiten, neu zu gestalten, sondern auch die Frage, wer welche Aufgaben übernimmt .
Die entscheidende Frage lautet also:
Worauf sollten sich Menschen konzentrieren, wenn KI immer mehr Verantwortung übernimmt?
Verschiedene Ebenen der Zusammenarbeit zwischen KI und Mensch
Stufe 1: Der Mensch als Schöpfer
Traditionell wurde die Cybersicherheit vollständig von uns Menschen aufgebaut.
Wir entwickeln die Sicherheitsmaßnahmen, wir erstellen die Pläne und wir setzen alles um, was mit Cybersicherheit zu tun hat.
Fachleute entwerfen Sicherheitsmaßnahmen, erarbeiten Richtlinien und implementieren Systeme. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Aufgabe, die fundiertes Fachwissen erfordert, insbesondere da es bei der Cybersicherheit nicht nur um technische Details geht, sondern um ein ganzheitliches System.
Auf dieser ersten Stufe erledigen Menschen alles.
Stufe 2: Der Mensch als Redakteur (KI als Assistent)
Viele Organisationen machen nun den nächsten Schritt.
In einem Level-2-Szenario erstellt die KI Entwürfe und Vorschläge, wie bestimmte Aufgaben gelöst werden könnten. Die Rolle des Menschen besteht nun darin , die Ergebnisse der KI zu verfeinern, zu genehmigen und zu verbessern.
Dadurch wird die Arbeit zugänglicher und skalierbarer. Neue Teammitglieder können sich leichter einbringen, unterstützt durch KI-generierte Ideen. Dennoch leistet auf dieser Ebene der Mensch nach wie vor den Großteil der Arbeit. Die KI hilft zwar, übernimmt aber nicht die Führung.
Stufe 3: Der Mensch als Genehmiger (KI als Hauptakteur)
Dann können wir noch einen Schritt weiter gehen.
Auf der dritten Ebene übernimmt die KI tatsächlich den Großteil der Vorarbeit. Sie übernimmt die Analyse, die Strukturierung und die Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen. Die Rolle des Menschen konzentriert sich nun eher auf die Überwachung und Überprüfung als auf die Ausführung.
Dieser Wandel findet bereits statt und wirft wichtige Fragen auf.

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Die entscheidende Frage: Ist das zu viel Macht für die KI?
An dieser Stelle stellt sich natürlich die Frage: Ist das schon zu viel? Bewegen wir uns auf eine Situation zu, in der KI es „besser weiß“ als Menschen?
Es gibt zwei Hauptprobleme:
- Übermäßiges Vertrauen in KI
- Der allmähliche Verlust menschlichen Fachwissens
Und genau hier müssen wir vorsichtig sein, denn KI ist zwar leistungsfähig bei der Verarbeitung und Generierung von Informationen, versteht aber den Kontext nicht auf dieselbe Weise wie Menschen.
Warum menschliches Fachwissen nach wie vor wichtig ist
Cybersicherheit ist niemals nur eine technische Angelegenheit, sondern immer an eine bestimmte Organisation gebunden. Jedes Unternehmen arbeitet anders, mit eigenen Anforderungen, einer eigenen Kultur und einer eigenen Arbeitsweise. Einiges davon lässt sich einer KI vermitteln, aber nicht alles. Es gibt immer kleine Details und praktische Feinheiten, die aus der Erfahrung resultieren. Oft sind es gerade diese, die darüber entscheiden, ob etwas in der Praxis tatsächlich funktioniert.
Deshalb spielt menschliches Fachwissen nach wie vor eine entscheidende Rolle. Die Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass alles tatsächlich zusammenpasst, damit das Ergebnis nicht nur auf dem Papier stimmt, sondern auch in der Praxis funktioniert.
Die ideale Zukunft: Mensch und KI arbeiten zusammen
Das Ziel ist es, die Stärken sowohl der Menschen als auch der KI zu nutzen.
Das bedeutet, dass sich die Rolle des Menschen weg vom manuellen Aufbau und der manuellen Ausführung von Aufgaben hin zum Nachdenken, Überprüfen und Treffen von Entscheidungen verlagert. Die KI übernimmt die Ausführung schnell und effizient. Der Mensch bringt Kontext, Urteilsvermögen und ein echtes Verständnis dafür mit, wie das Unternehmen funktioniert.
Das ist wichtig, weil Entscheidungen zur Cybersicherheit nicht in einem Vakuum getroffen werden. Sie hängen von geschäftlichen Prioritäten, internen Dynamiken, der Risikobereitschaft und unzähligen Details ab, die KI allein nicht vollständig erfassen kann.
KI kann dabei helfen, die Arbeit schneller zu erledigen. Der Mensch entscheidet, was tatsächlich sinnvoll ist.














